Über das SOS-Kinderdorf Bindura
Die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Rhodesien, dem heutigen Simbabwe, begann im Jahr 1980. Damals wandte sich der österreichische Botschafter in Simbabwe an SOS-Kinderdorf International und bat um Hilfe für die zahlreichen elternlosen und vernachlässigten Kinder des Landes. Die SOS-Kinderdörfer reagierte umgehend und nur etwa ein Jahr später konnte mit dem Bau des ersten SOS-Kinderdorfes begonnen werden.
Es liegt ganz in der Nähe der Stadt Bindura im Mazowe-Tal, einer sehr fruchtbaren Region, etwa 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Harare. Fast 150 Kinder leben hier in 15 Familienhäusern. Seit dem Jahr 1983 gehört zum SOS-Dorf auch die "Maizeland-Farm". Hier werden unter anderem Sojabohnen, Baumwolle und Mais angebaut sowie Tiere gezüchtet. Die Farm versorgt die SOS-Familien. Ein Teil der Erzeugnisse der Maizeland-Farm wird auch auf dem Markt verkauft. Der Erlös fließt direkt ins SOS-Kinderdorf.
Bei den Unruhen rund um die Enteignung weißer Farmbesitzer wurde auch ein Teil der Maizeland-Farm im Juli 2001 auf eine öffentliche Liste der in naher Zukunft zu verstaatlichenden Betriebe gestellt. Seitdem versucht der lokaler SOS-Kinderdorf Verein mit internationaler Hilfe eine Widerlegung der angedrohten Enteignung zu erwirken.
In den Jahren 1988 und 1994 entstanden in Simbabwe zwei weitere SOS-Kinderdörfer: eines in Waterfalls, einem Vorort der Hauptstadt Harare, und eines in Bulawayo, der zweitgrößten Stadt Simbabwes nahe der Grenze zu Botswana. Viele Kinder in Not haben dort ein sicheres Zuhause gefunden.
Aids/HIV ist ein allgegenwärtiges Problem in Simbabwe. Anfang 2002 starteten die SOS-Kinderdörfer ein Hilfsprogramm für Betroffene. Im Rahmen des Programms werden betroffene Familien und Kinder in der Nachbarschaft der SOS-Kinderdörfer unterstützt. Neben der Hilfe für die infizierten Menschen und deren Angehörige spielen Prävention und Aufklärung bei der Aids-Arbeit der SOS-Kinderdörfer eine zentrale Rolle.
Zur Zeit gibt es in Simbabwe drei SOS-Kinderdörfer, drei SOS-Jugendeinrichtungen, drei SOS-Kindergärten, fünf Hermann-Gmeiner-Schulen, zwei SOS-Berufsbildungszentren und drei SOS-Sozialzentren.
